Haustierparasiten

Flöhe

 

Flöhe bilden die Ordnung Siphonaptera in der Klasse der Insekten und gehören dort zu den holometabolen Insekten. Von den etwa 2400 Arten der Flöhe sind etwa 70 Arten in Mitteleuropa nachgewiesen. Die Tiere zählen zu den Parasiten. Sie erreichen eine Länge von 1,5 bis 4,5 Millimetern. Die größte Art ist der Maulwurfsfloh (Hystrichopsylla talpae Curtis, 1826), der auf dem Europäischen Maulwurf (Talpa europaea Linnaeus, 1758) parasitiert.

Springt ein Vertreter dieser Arten auf den Menschen über, so verursacht er dort durch seinen Stich eine kleine Wunde mit einem mehr oder minder intensiven und großflächigen Juckreiz, welcher im Regelfall dazu führt, dass die Menschen nachts unbemerkt daran kratzen. Das Ergebnis sind offene Stellen in der Haut, die sich auch entzünden können. Charakteristisch ist, dass die Stiche fast immer in Reihen liegen, weil die Flöhe leicht irritiert werden bzw. Probestiche vornehmen.

Durch Flohstiche können Bakterien (z. B. Streptokokken und Staphylokokken) übertragen werden, welche möglicherweise verstärkt durch das Kratzen bei Juckreiz zu Entzündungen an der Stichstelle führen.

Läuse

 

Die Tierläuse (Phthiraptera), auch bekannt als Lauskerfe oder Läuslinge, sind eine Insekten-Ordnung innerhalb der Neuflügler (Neoptera). Etwa 650 bis 1000 der 3500 Arten sind in Mitteleuropa verbreitet, sie werden in der Regel 1 bis 6 mm groß. Die Tiere der Gattung Laemobothrium erreichen eine Gesamtlänge von 11 mm.

Alle Tierläuse leben als Ektoparasiten an Vögeln (Federlinge) oder Säugetieren (Echte Tierläuse und Haarlinge). Dabei sind die meisten Arten mehr oder weniger spezifisch auf einem Wirt zu finden, häufig bevölkern auch mehrere Arten denselben Wirt. Ohne diesen Wirt sind sie meistens nur wenige Tage lebensfähig. Die Übertragung erfolgt meist bei direktem Körperkontakt oder über das Nest, bei der Kopflaus auch über Kleidung.

Milben

 

Milben (Acari) sind eine Unterklasse der Spinnentiere (Arachnida) im Stamm der Gliederfüßer. Milben stellen mit etwa 50.000 bekannten Arten in 546 Familien die artenreichste Gruppe der Spinnentiere. Da zu ihnen die kleinsten Gliederfüßer (Arthropoda) gehören, ist davon auszugehen, dass viele Arten noch nicht entdeckt wurden.

Milben können als Vorratsschädlinge in Mehl- oder Getreidelagern auftreten. Die Mehlmilbe (Acarus siro) kann durch ihren Befall die Inhaltsstoffe verändern, außerdem wird sie häufig als Ekel erregend wahrgenommen.

 

Milben als Krankheitsverursacher  

Erkrankungen durch Milben werden als Acariose bezeichnet.

Durch die Ausscheidungen der Hausstaubmilben können beim Menschen Hausstauballergien ausgelöst werden - mehr als 70 Prozent der Hausstaub-Allergiker entwickeln ohne Behandlung im Durchschnitt nach acht Jahren Asthma.

Grabmilben bohren Gänge in die Haut ihres Wirts und legen dort ihre Eier ab. Das verursacht bei dem Betroffenen starken Juckreiz. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven erzeugen beim Menschen das Krankheitsbild der Krätze, bei Tieren die Räude.

Haarbalgmilben (Gattung Demodex) leben in den Haarbälgen von Säugetieren. Demodex canis lebt in der Haut vieler Hunde, jedoch nur bei Hunden mit einer Schwächung des Immunsystem kommt es durch sie zu einer typischen Hauterkrankung. Demodex folliculorum ist bei allen Menschen als harmloser Bewohner der Haarfollikel und Hautbewohner anzutreffen, wo er sich vor allem von Fett, aber auch Bakterien ernährt. Vermutet, aber unbewiesen ist ein Zusammenhang mit "Rosazea".

Federmilben parasitieren auf oder in den Federn der Vögel.

Verschiedene Arten von Laufmilben (Trombiculidae) können beim Menschen auch die Trombidiose (Erntekrätze) verursachen.

Bei Honigbienen rufen einige Milben wie z.B die Varroamilbe Tierseuchen (Varroose, Acarapidose, Tropilaelapsose) hervor.

 

Milben als Krankheitsüberträger

Andere Milbenarten können durch ihren Biss Fleckfieber, Rickettsipocken, Tularämie und die Saint-Louis-Enzephalitis übertragen. Die Vertreter der Unterordnung Zecken können beim Blutsaugen gefährliche Krankheiten wie virale Hirnhautentzündung (FSME), Krim-Kongo-Fieber, Fleckfieber oder Borreliose übertragen.

Zecken

 

Die Zecken (Ixodida) sind eine Ordnung innerhalb der Milben (Acari) mit lederartig dehnbarer Haut und gehören zur Klasse der Spinnentiere. Sie werden hier den parasitischen Milben der Überordnung Parasitiformes zugeordnet. Unter den Zecken finden sich die größten Milbenarten. Die meisten Arten sind Ektoparasiten (sie dringen nicht in das Wirtsinnere ein) an Wirbeltieren. Als Wirte dienen Vögel, Reptilien und Säugetiere (Nager, Fledermäuse, Hundeartige, Paarhufer). Viele Zeckenarten gehören dadurch zu bedeutenden Krankheitsüberträgern. Weltweit gibt es etwa 900 Zeckenarten (Stand 2004).

Hat eine Zecke zugestochen und sich festgesaugt, entfernt man sie am besten mit einer Zeckenzange.

Zecken übertragen aufgrund ihrer Lebensweise häufig Krankheitserreger zwischen den Wirten, ohne jedoch selbst erkrankt zu sein. Es handelt sich dabei um mehr Arten von Krankheitserregern als bei jeder anderen parasitischen Tiergruppe. Da regelmäßig auch Menschen durch Erkrankungen wie Borreliose, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Babesiose, Ehrlichiose oder Rickettsiosen betroffen sind, ist ein Zeckenstich eine Verletzung, mit der keineswegs leichtfertig umgegangen werden sollte.

Wichtigste Überträger in Mitteleuropa sind die Arten der Gattung Ixodes mit der häufigsten einheimischen Art, dem Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus), daneben auch die Gattungen Rhipicephalus, Dermacentor, Haemaphysalis, Amblyomma und aus der Familie der Lederzecken die Gattungen Argas und Ornithodorus.